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21/05: Glücks-Mail: Was ist eigentlich ein Problem?

Fast jeder hat mindestens eines, aber kaum jemand weiß überhaupt, was das ist!
Was ist das eigentlich, ein „Problem“? Woraus besteht es? Wie kommt es zustande? Wie genau entsteht das Gefühl, ein Problem zu haben?

Auf diese Frage habe ich mal eine weltbewegende Formel als Antwort erhalten, die mein Leben und auch das Leben aller verändern sollte, die sie wirklich verstanden haben:

Problem = Ziel + Notwendigkeit + Machtlosigkeit

Na, schon daraus schlau geworden?
Also eines ist schon mal auf den ersten Blick klar: Es ist ganz schön anspruchsvoll, ein Problem zu haben!
Denn nehmen wir einen der drei Bestandteile weg, haben wir keines mehr...
Aber das schauen wir uns mal genauer an:

Nehmen wir doch einmal den ersten Bestandteil eines Problems: Das Ziel.
Hinter jedem Problem steckt ein Ziel, das wir nicht erreichen können, sonst gäbe es gar kein Problem. Aber nicht irgendein Ziel, sondern ein ungeeignetes!
Dazu mal ein Beispiel:

Nehmen wir an, ich würde unbedingt in zwei Wochen eine Luxus- Kreuzfahrt in die Karibik machen wollen! Denn diesen Kindheits-Traum würde ich mir endlich erfüllen wollen... Aber nun hätte ich vielleicht kein Geld dafür und es wäre auch nicht genügend in Aussicht. Das könnte ich jetzt als Problem empfinden! Damit könnte ich unzufrieden oder gar unglücklich über meine Situation werden. Mein Ziel wäre also zum Glücklichsein ungeeignet. Um es genauer zu sagen: Es ist nicht selbsterfüllbar, denn ich selbst kann das nicht finanzieren. Es ist auch nicht realistisch erreichbar, denn in zwei Wochen ist es unwahrscheinlich, dieses Geld aufzutreiben. Es ist auch kein sinnvolles Ziel, denn es macht unnötig Stress, und das bedeutet das Gegenteil von Urlaub. Und motivierend ist es gleich gar nicht, eher deprimierend!
Aber das alles würde sich sofort ändern, wenn ich ein geeignetes Ziel annehme. Zum Beispiel, wenn ich mir überlege, wozu ich diesen Urlaub den gerne erleben würde. Das könnte z.B. sein, damit ich eine schöne und erholsame Zeit erlebe. Das wäre sofort ein geeignetes Ziel!
Denn mich erholen und eine schöne Zeit haben, das ist selbsterfüllbar. Dafür habe ich viele Möglichkeiten, etwa Last-Minute-Urlaub, Urlaub daheim, etc.
Dieses Ziel ist auch mehr als realistisch erreichbar, und natürlich auch sinnvoll, wenn ich urlaubsreif bin. Und dieses Ziel ist motivierend, denn ich bekomme sofort Lust, es mir daheim oder auch woanders in den nächsten Wochen so richtig schön zu machen!

Na, schon was gemerkt? Meine Situation ist sofort kein Problem mehr! Und dabei habe ich nur mein Ziel verändert.
So kann ich das natürlich mit allen Zielen machen, die mir Stress machen. Statt also dieses Jahr Jürgen Lehmann im Tor unserer Nationalelf ablösen zu wollen, pünktlich zur WM, könnte ich mir vornehmen, einfach besser im Fußball zu werden. Statt der Beste sein zu wollen, kann ich einfach mein Bestes geben wollen, und so weiter. Mit geeigneten Zielen kann ich also kein Problem mehr haben. Allein damit kann ich schon richtig glücklich werden.

Aber in unserem Glücks- Konzept haben wir auch noch weitere Möglichkeiten, Glück statt Probleme zu erleben.
Nehmen wir doch einmal den zweiten Bestandteil eines Problems: Die Notwendigkeit.
Ein Ziel kann nur dann zu einem Problem werden, wenn ich meine, es unbedingt erreichen zu MÜSSEN.
Wenn ich z.B. glaube würde, dass ich von meinen Freunden nur respektiert werde, wenn ich auch einen Porsche in der Garage habe. Denn wer will schon mit einem Trabbi-Fahrer befreundet sein?
Wenn ich meinen Kontostand betrachten würde, könnte das wiederum zum Problem werden.
Aber wie wäre es denn, wenn ich schon zwei Porsche in der Garage hätte? Das Problem wäre „gelöst“, es wäre keines mehr.

Und wie wäre es, wenn ich feststelle, dass meine Freunde mich schon längst mögen, auch mit Trabbi? Dann wäre der Porsche zwar ein schöner Wunsch, aber kein Problem mehr. Ich brauche ihn ja nicht!
Dieses Verändern einer Notwendigkeit machen wir uns in unserem Glücks- Konzept auch zunutze: Denn alles, was ich wirklich zum Glücklichsein benötige, steht mir schon längst zur Verfügung. Ich brauche es nur zu nutzen! So gesehen lebe ich schon längst in der Fülle!
Vielleicht nicht, was die Anzahl meiner Autos betrifft, aber in Bezug auf alles, was ich wirklich zum Überleben und zum Glücklichsein brauche. Dafür habe ich alles! Tolle Freunde, genug zu essen, ein Dach über dem Kopf, etc. Es besteht also keine Notwenigkeit dafür, irgendetwas Bestimmtes zu erreichen. Ich kann schon jetzt glücklich sein.
Meine instinktiven Grundbedürfnisse sind also alle erfüllt. Die Grundvoraussetzungen zum Überleben und zum Glücklichsein sind gegeben. Eine gute Gelegenheit, darauf anzustoßen und das mal kräftig zu feiern! Und in Zukunft lieber Ziele aus der Fülle heraus anzunehmen. Wir empfinden sie dann eher als Wunsch-Ziele ... Und mit dieser positiven Einstellung lassen sich Ziele sowieso besser verwirklichen.
Wir sehen also, ohne Notwendigkeit gibt es kein Problem mehr! Es gibt dann nur noch schöne Wünsche aus einem Gefühl der Fülle heraus, die unser Glück noch zusätzlich bereichern können.

Und dann haben wir sogar noch eine dritte Möglichkeit, Glücks- statt Problem-Gefühle zu erleben: Indem wir an der Machtlosigkeit ansetzen.
Denn Ziele fühlen sich nur dann deprimierend an, wenn wir keinen Weg sehen, sie zu erreichen. Wenn wir also machtlos sind.
Dazu wieder ein Beispiel: Nehmen wir an, ich möchte auch gerne ein guter Salsa-Tänzer sein, habe aber noch nie getanzt. Da könnte ich mich doch ein wenig ohnmächtig fühlen, oder? Ich weiß ja nicht im geringsten, wie ich das anstellen soll! Auf der Salsa-Party stehe ich dann sehnsüchtig herum, und hoffe, dass es keiner merkt und mich hoffentlich auch keine Frau zum Tanzen auffordert...
Ganz anders schaut mein Gefühl aber aus, wenn ich mit klar mache, wie genau ich Schritt für Schritt mein Ziel erreichen kann: Ich kann an Kursen teilnehmen, auf die Übungs- Parties gehen, mir genau zeigen lassen, wie das alles geht, etc . Tanzen sind ja auch nur Schritte. Und gehen kann ich ja schon. Den Rest kann ich lernen!
Schon fällt das Gefühl von Machtlosigkeit weg, denn ich werde dieses Ziel definitiv erreichen. Ich werde über kurz oder lang ein guter Salsa-Tänzer. Ich brauche nur Dinge dafür zu tun, die absolut in meiner Macht liegen. Es steht also quasi fest, dass ich mein Ziel erreichen kann, wenn ich etwas dafür tue! So macht auch die Salsa-Party wieder Spaß.

Na, könnt ihr den Unterschied fühlen? Es ist kein Problem mehr, sondern eine Herausforderung, auf die man sich freuen kann.
Wenn also fest steht, dass es in meiner Macht liegt, meine Ziele zu erreichen, gibt es kein Problem.

Ihr seht also, wir haben ganz geniale Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass ein Problem gar keines ist. Denn wir wissen ja jetzt, woraus es bestand. Stattdessen können wir ein motivierendes Ziel annehmen, das wir zum Spaß verfolgen, und können mit Sicherheit glücklich dabei sein.
Ein Problem ohne alle seine drei Grundbausteine ist dann nur noch wie ein Dreieck ohne Ecken: Es existiert nicht!
Fazit: Nehmen wir doch unseren Dreiecken (Problemen) einfach eine oder mehrere Ecken weg!
Und beschäftigen uns dann lieber wieder mit dem Glücklichsein...
Mich persönlich hat dieses genauere Verständnis damals sehr beeindruckt. Denn das bedeutet ja, dass es mordskompliziert ist, ein Problem zu haben! Und dass es im Vergleich dazu viele Möglichkeiten gibt, sich gut zu fühlen. Glücklichsein ist also tatsächlich wesentlich einfacher. Und natürlich schöner!
Machen wir es uns doch lieber einfach.

Alles Liebe und viel Spaß damit,
Stefan

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